Warum überhaupt einen Explorer holen?

  • Hi Leute,


    ich bin dabei mir einen 1999 4.0 SOHC zu kaufen und habe mich in den letzten Wochen ziemlich tief in das Auto eingelesen - teils mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Der Kauf ist quasi schon getätigt, aber dennoch habe ich mir zwischendurch schon die Frage gestellt, warum kauft man sich diesen Wagen überhaupt? Ich meine er hat so viele Schwachstellen an den wesentlichen Teilen, die immer wieder auftreten. Bei mir wurde alles überholt und es sollte ein paar KM Ruhe sein.


    Ich meine diese Probleme:


    - Motor (Ketten)
    - Getriebe nicht langlebig und stabil (z.B. für Hängerbetrieb)
    - Niveauregulierung
    - Elektrik


    Könnte auch auch einfach nen älteren Jeep Gran Cherokee kaufen und hab all diese "major problems" nicht und bessere Geländetauglichkeit. Aber US Ford ist einfach mein Ding und die Jeeps sind langweilig finde ich.


    Was sagt ihr, als erfahrene Explorerfahrer? Ist das übertrieben oder muss ich tatsächlich morgens immer nen Kaffee mehr kochen für den Pannenhelfer? Wie gesagt ich kaufe ihn so oder so, weil das Auto einfach geil ist und selten. (Und weil sich Greta sicher ärgert darüber :)


    Gebt mir neben Seltenheit und Platzangebot Argumente, teil eure Langzeiterfahrungen. Danke !!!

  • du darfst nicht vergessen, dass die Leute meist erst schreiben, wenn sie ein Problem haben.... ;)


    sicher, die Kiste hat ein paar Schwachstellen, zuvorderst die Steuerketten, dem kann man aber vorbeugen, rechtzeitige Ölwechsel, gutes synth. Öl und alle 45-50Tsd km die hydr. Kettenspanner wechseln (zeitpunkte des regelmäßigen Getriebeölwechsel passt da gut, der natürlich das Leben der Automatik deutlich verlängert. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass man keine 19 mehr ist und der Explorer kein tiefer gelegter GTI und entsprechend fährt, kann sowas auch 3-400.000 halten, gibt's auch im Board.


    Hauptproblem ist aber eigentlich, dass sowas wie Pflege, Wartung nur die ersten paar Jahre passiert, danach wird die Kiste nur noch runter gerockt. Da bei Ford nun mal im Hinterkopf immer Ford Deutschland steckt, springt bei den meisten Leuten eben nicht die Lampe an "oh, Ami.." wie bei Jeep oder Chevy, sind die Kaufpreise deutlich günstiger als bei GM/Chrysler Hobeln, was häufig dazu führt, dass viele sich den "billigen" Explorer holen, den sie sich im Grunde gar nicht leisten können, das ist kein billiges Vergnügen, also wird bei Pflege und Wartung gespart, billige Not- und Pfuschreparatur und Kiste verhökern...


    Die Kisten haben 20 Jahre und mehr auf dem Buckel, da klemmt es dann -besonders ohne Wartung- auch bei anderen Kisten. Allerdings: Golf und Co. flickt dir jede Hinterhofwerkstatt, mit Verschleiss- und Ersatzteilen wirst du an jeder Ecke zugeworfen und zur Not gibt's dafür Teile en masse auf dem Schrott..... für den Ex zumindest hier nicht. In den USA ist der Explorer das, was hier der Golf ist......

    Gruß Winne


    Wenn die Sonne des Wissens tief steht, werfen auch geistige Zwerge lange Schatten


    99er XLT SOHC 2xx PS
    Prins VSI

  • .....
    Wie gesagt ich kaufe ihn so oder so, weil das Auto einfach geil ist und selten. (Und weil sich Greta sicher ärgert darüber :)
    ....

    Du bist genail!!!! :D:D:D:thumbsup:


    Ich hab mir die Kiste auch einfach so (mal wieder) gekauft weil ich neben dem Mustang mal einen Alljahrestauglichen US Ford wollte und der Expedition einfach doch ein Muckel zu groß ist.
    Mich hat es mit den Probleme auch voll erwischt....
    Ketten und anscheind Getriebe...er stand ja auch 4 Jahre.


    Ich muss aber dazu sagen muss, dass ich damals schon einmal einen hatte und cih unbedingt weider einen wollte!
    Das war vor 6 Jahren. Damals einen 1997er, das Fahren war einfach klasse!! Aber er hatte auch Wehwehchen, weshalb ich ihn verkauft habe und es seitje bereue.
    Deswegen werde ich bei diesem hier auch weiter machen und den zurück auf die Straße bringen.
    Es wäre auch zu schön gewesen um wahr zu sein wenn alles so geklappt hätte wie erhofft, dafür war er zu günstig.
    Zum Glück habe ich noch einen Schlachter für ein paar Taler gekauft, sodass es mich jetzt mehr oder minder nur Zeit und Nerven kostet.


    Aber einen wirklichen Grund außer dem dir genannten fällt mir jetzt auch nicht ein :D

  • Hmm.. Ja gut. Ich denke beim Ex ist die Verlockung sehr groß einfach einen 1000 Euro Hobel zu kaufen und sich dann zu wundern. Ich habe Spaß daran mich einzulesen und mach auch das ein oder andere gerne selber, aber bei den ganzen Sachen hab ich einen gekauft wo die groben Sachen ausgemerzt sein sollten, für deutlich mehr als 1000 Euro.


    Habe schon einige Grand Cherokees gefahren, dass einzige was da Probleme machte, waren die verbauten Teile von Mercedes. Der Rest war zuverlässig ohne Ende.


    Bin mal gespannt, hatte mit etwas mehr Gegenwind gerechnet (gehofft) was die Zuverlässigkeit angeht.

  • Ich kann mich Winne nur anschließen, die Wartung und Pflege macht es.
    Die Kiste wird, sofern man es möchte auch ewig halten, man muss sich allerdings mit der Materie befassen und auch regelmäßig die Lebenserhaltenden Maßnahmen durchführen.
    Als Vergleich:
    Mein Mustang hat den selben Motor verbaut und läuft im Bereich der 300tkm .
    Er wiegt 1800 kg und hat das 5R55S verbaut.
    Ich mache jedes Jahr zu Saisonbeginn einen Ölwechsel und wenn ich in der Saison die 8000km überschreite noch einen 2ten.
    Dazu Alle 50tkm einen Getriebeölwechsel.
    Bisher laufen Motor und Getriebe wie am ersten Tag.


    Und in den Staaten laufen die ja auch teilweise ohne Ende.
    Man sollte jedoch immer an die Geschwindigkeit denken und ihn nicht auf der German Autobahn verheizen.

  • Moin,
    erstens gibt es keine Probleme, sondern Herausforderungen :D


    Die Ketten sind nun mal Verschleißteile, wobei FORD in der Materialauswahl wegen der Haltbarkeit nicht so sorgfältig war.
    Ketten müssen aber auch bei anderen Fahrzeugen getauscht werden, genau wie Zahnriemen.


    Die Getriebe sind eigentlich sehr langlebig, wenn man damit umzugehen weiß : keine Dauervollgas, Anhängerbetrieb nur mit
    entsprechend großen Zusatzölkühler für das Getriebe und regelmäßige Öl- und Filterwechsel mit dem richtigen Öl.


    Die Niveauregulierung ist versteckt unter dem Auto verbaut. Wer da nicht regelmäßig nachschaut (Pflege & Wartung) hat
    selbst schuld wenn die dann den Geist aufgibt.


    Die Elektrik ist, wann man sich auskennt, gar kein Problem. Wer Schaltpläne lesen und mit einem Multimeter umgehen kann
    ist da schon sehr weit vorne.


    Meine persönlichen Pluspunkte beim XP : angenehme Sitze, ausreichend Platz, einigermaßen gute Ersatzteilversorgung, geländetauglich.

  • Warum Explorer?

    Damit man früher oder später beim Explorer- Board landet im nette Leute kennen zu lernen

    :thumbsup:#jubel#

    mein ex. Explorer 2, 4x4, 152kw (SOHC), EZ11/ 1998, damals 150.000km, Standandheizung, ICOM- Gasanlage


    wieder EX 2, Limited, 4,0 SOHC, 150kw, Prins VSI-Gasanlage, AHK,
    Neue Zylinderköpfe bei 300.000km
    aktuell 305.000km


    Zur Zeit ohne ;(

  • habe mich in den letzten Wochen ziemlich tief in das Auto eingelesen - teils mit ein paar Schweißperlen auf der Stirn.

    Die hatte bestimmt der ein oder andere auch schon, dennoch wischt man sie einfach weg und handelt. Das Handeln ist meiner Meinung nach von jedem begabten Schrauber zu bewerkstelligen ohne dabei ein Informatikstudium absolviert zu haben.

    Der Explorer ist ein zuverlässiges Fahrzeug, wenn der Wartungszustand auf dem Laufenden gehalten wird.

    Der Rost ist immer ein Thema, doch auch bei anderen Fahrzeugen aus den Baujahren.

    Gründe ihn am Leben zu halten:

    - Hobby

    - Schraubbarkeit

    - Platz

    - Leistung

    - Bequemlichkeit

    - Ersatzteilkosten

    - in D nicht an jeder Ecke zu sehen

    - kenne das "Eisenschwein" mittlerweile ganz gut, bis auf Auswuchten von Rädern, Spureinstellung und Laufbuchsen hohnen ist man unabhängig von Werkstätten.

    - dieses nette Forum verstärkt die Zusammengehörigkeit und bietet unkommerzielle + kompetente Hilfe.


    Wolle

    Außer Ford keine Vorbesitzer, Ford Explorer 4X4, 4.0 SOHC, Build Date 01/10/96, EZ97, 152 KW, dark lapis metallic KN/M6681,KM: 250ooo,
    VIN: 1FMDU34E8VUA67356, Prins Autogas

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  • Jetzt noch meinen Senf dazu. Warum Explorer ? Nun ich bin ein ziemlich alter und verbrauchter Mann. Man hat sich dennoch noch mal ein Kleines Häuschen sammt Garten gegönnt. Und da waren die vorhandenen Autos - Dacia, Golf, SLK nicht so geneigt mal nen größeren Hänger zu ziehen. Also mußte irgendwas in Richtung 4x4 her der auch was ziehen kann. In einem anderen Leben bin ich lange Cherokee und Grand Cherokee (V8) gefahren. Der Cherokee mit seinem Reihensechser sammt AW4 war von der Zuverlässigkeit her unschlagbar, nur leider ein Kleinwagen. Der V8 war gut nur dessen Getriebe anfällig. Man hatte auch MB ML ins Auge gefasst. Bedingung war generell Gasanlage. Die drei letztgenannten haben den Nachteil, durch den kurzen Überhang hinten, das der Gastank im Kofferraum innen verbaut ist - nicht akzeptabel. Ergo ist es eine EXE geworden.

    Gedacht - Getan. Im Netz gesucht. was nach meiner Sicht ok gefunden, hingefahren (mit de Eisenbahn) gekauft, erstmal zufrieden. Nach nem knappen Jahr festgestellt das wohl doch in´s Klo gegriffen. Ich hab einen TÜVer , den ich gefühlte Jahrzente kenne, der auch mal ein Hühnerauge zukneift. Aber diesen EXE wollte ich ihm nicht antun. Was nun ? hab einen fragwürdigen Schrotthaufen im Schuppen zu stehen. Noch mal Modellwechsel ? Nein.

    Justament ergab sich das hier im Forum ein User seinen EXE los werden wollte, also zugegriffen.

    Man konnte im Forum nachverfolgen welche "Krankheiten" dieses Auto begleitet, eigentlich nicht nixs für mich relevant. Also (mit de Eisenbahn) hin, und mitgenommen.

    Und bis jetzt hochzufrieden. Klar gibt es sehr viel Verbesserungspotential beim EXE, die aber bei jedem individuell ausfallen.

    Was ich eigentlich sagen wollte.......

    Diese Krücken sind mindestens 20 Jahre alt, sind durch unzählige Hände gegangen, von Hobbybastelern verfummelt worden. Man bekommt für wenig Geld einen Haufen Auto - aber dann ?

    Das "dann" stellt sich für Viele sicher. Eine EXE lässt sich schwerlich an der Borsteinkannte reparieren, einen Golf schon.

    Und wenn jetzt ich gemein scheinen möge, ich kann mir es leisten einen schrottigen EXE in einer separaten Halle zu erlegen.


    nichts für Ungut

    Die erste Exe Typ 2, Bj 2000, Erstzulassung 2001, erworben mit 136TKm aus zweiter Hand - in Rente mit 148 TKm
    Die zweite Exe Typ 2, Bj 2001, Erstzulassung 2001, erworben mit 307,6 TKm aus 8. Hand, jetzt 313TKm

  • Für mich - einfach die sprichwörtlich "EierlegendeWollmilchsau". Will und brauche nix anderes mehr.




    Empfehlenswert ist es - für den, der den Platz und Möglichkeit hat - sich immer mehr als einen zuzulegen.

    Einer läuft immer …