Steuerzeiten einstellen bei verstelltem Motor ?

  • Tja, blöde Sache das.

    Bin ja gerade dabei, die Steuerketten von meinem Motor zu wechseln. Bin da auch ganz gut voran gekommen um bei der Hälfte mit Erschrecken festzustellen, das ich einen gravierenden Fehler gemacht habe. :--:


    Aber von Anfang an.

    Hatte den Motor bzw. die Kolben schon mal richtig hingedreht. Also 1.Kolben auf OT.

    Danach wollte ich aber doch noch unbedingt nach dem Hohnschliff der Zylinder sehen. Habe ich auch gemacht. Aber um das in dem einen oder anderen Zylinder besser zu sehen, habe ich dann doch wieder die Kurbelwelle gedreht. Wahrscheinlich mindestens eine Umdrehung, so das der Keil von der Welle wieder in der vermeintlich ! richtigen OT-Stellung stand. Und dadurch ist mir zu dem Zeitpunkt auch nicht aufgefallen, das ich OT wieder verstellt hatte.


    Hohnschliff sieht übrigens noch schön aus. :biggrins:




    Am nächsten Tag - also heute - angefangen, die Ketten zu wechseln.

    Ausgleichwelle easy. Hat ja eher nichts damit zu tun. Markierungen stimmen auch bzw. habe ich so hingedreht, das sie passen. Musste dafür eh die ganze Welle abbauen.




    Steuerkette vorne auch kein Problem. Die Nockenwelle stand irgendwie halbwegs richtig.




    Nockenwelle Fahrerseite korrekt:




    Dann habe ich mir die Nockenwelle der Beifahrerseite angeschaut und mich gewundert, warum die so ziemlich 180° verkehrt steht.

    Also das Haltewerkzeug hätte ich nicht ansetzen können.




    Und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Murcks gemacht. :wut:


    Ich bin mir zwar sicher, das man das wieder hinbekommt. Wäre ja schlimm, wenn nicht. Aber einfach so an der Kurbelwelle und den Nockenwellen rumdrehen geht ja auch nicht. Ist ja kein Freiläufer. Und vermutlich alleine vom drehen können die Ventile Schaden nehmen, wenn die mit den Kolben in Berührung kommen.


    Mein Plan für morgen:

    Nachschauen wie die Kolben überhaupt stehen.

    Nachschauen wie die Ventile stehen.

    Nockenwellen drehen und Ventile auf soweit wie möglich halb und halb stellen.

    Kurbelwelle soweit drehen, das alle Kolben soweit wie möglich von OT weg sind.

    Nockenwelle BS richtig rum drehen. Da müsste dann die Ventile auf 1 komplett zu sein.

    Nockenwelle FS wieder korrekt hindrehen.

    Kurbelwelle auf 1 in OT stellen.

    ggf./höchstwahrscheinlich muss die Ausgleichwelle nochmal nach den Markierungen ausgerichtet werden.


    Weiter mit dem Steuerkettenwechseln ...



    Denkfehler ?


    Meinungen / Problemlösungen ?

  • Ausgleichwelle easy. Hat ja eher nichts damit zu tun.

    Moin

    Habe ja davon nicht so die Ahnung , aber SO kann das doch nicht sein oder !


    "Zitat" , Ford Service Repararturleitfaden


    "Aufgrund des Übersetzungsverhältnisses zwischen Umkehrwelle und Ausgleichswelle können bis zu 7 Umdrehungen der Ausgleichswelle erforderlich sein bis die Korrekte Stelling erreicht wird" !


    Aber , wie gesagt ev. bin da auch total verkehrt :denk:

  • "Zitat" , Ford Service Repararturleitfaden


    "Aufgrund des Übersetzungsverhältnisses zwischen Umkehrwelle und Ausgleichswelle können bis zu 7 Umdrehungen der Ausgleichswelle erforderlich sein bis die Korrekte Stelling erreicht wird" !

    Du bist schon richtig.

    Das beschreibt das korrekte Verhältnis der Wellen untereinander.


    Wenn das nicht stimmt, kann man das aber recht einfach durch lösen und verdrehen des Zahnrades bzw. der gesamten Ausgleichswelle wieder korrigieren.

    Ist der beschriebene Satz am Ende meiner wahrscheinlichen Vorgehensweise und eher das kleinste Problem.

  • Meinungen / Problemlösungen ?

    Solange noch keine Nockenwellenbolzen/Zwischenwellenbolzen angezogen sind kann man ja Alles noch verdrehen.

    Der Einwand Kolben/Ventil Kontakt ist berechtigt, wobei ich nicht mehr weis wo die anderen Kolben stehen wenn Nr 1 auf OT. Hatte ja auch die Köpfe ab und die Nockenwellen so hingedreht das sie richtig stehen (relativ stramm durch die Ventilfedern).

    Das Nockenwellenfixiertool muss meiner Meinung nach angesetzt werden, sonst wird das nichts. Die abgeflachten Seiten der Nockelwellen sollten oben stehen.


    Kann mich auch nicht mehr erinnern ob die Reihenfolge der Vorgehensweise bei/mit Uli eine Rolle gespielt hat.

    Glaube wir haben die Zwischenwelle (vorne Kettenrad fixiert),



    dann Nockenwelle Fahrerseite zuerst gemacht (mit Kettenspannertool!).


    ggf./höchstwahrscheinlich muss die Ausgleichwelle nochmal nach den Markierungen ausgerichtet werden.

    Glaube ich nicht, dreht sich ja mit.


    Wolle

    Außer Ford keine Vorbesitzer, Ford Explorer 4X4, 4.0 SOHC, Build Date 01/10/96, EZ97, 152 KW, dark lapis metallic KN/M6681,KM: 265ooo,
    VIN: 1FMDU34E8VUA67356, Prins Autogas

  • Versuche "einfach" eine der Nochenwellen zu drehen. Welche ist egal. Dazu die Kurbelwelle leicht verdrehen wie du dir schon gedacht. Wenn die Nockenwellen gleich stehen, egal ob oben oder unten, die Kurbelwelle wieder in OT und darauf achten dass auch die Ausgelchswelle stimmt. Wenn die Nochenwellen umgekehrt stehen kann man halt das positionierungs Werkzeug nicht vollständig verschrauben. Der oben aufgesetzte Bügel passt dann nicht mehr. Hat aber keine Relevanz da die Welle richtig festgehalten wird, zum Verschrauben, auf der Seite des Zahnrad. Auch ist die Position unrelevant da alle sieben Umdrehungen das ganze um 180° versetzt ist.

    PS den Bügel oben drauf. Unten muss es schon auf den Kopf vollständig geschraubt sein.

    Gruesse Uli

    Klar bist du schneller

    aber ich fahre vor dir :biggrins:

  • Wenn die Nochenwellen umgekehrt stehen kann man halt das positionierungs Werkzeug nicht vollständig verschrauben.

    Wozu ist es dann in dem Koffer? Das wird schon seinen Sinn haben denke ich.

    :?:


    Wolle

    Außer Ford keine Vorbesitzer, Ford Explorer 4X4, 4.0 SOHC, Build Date 01/10/96, EZ97, 152 KW, dark lapis metallic KN/M6681,KM: 265ooo,
    VIN: 1FMDU34E8VUA67356, Prins Autogas

  • Hab mich nicht korrekt ausgedrückt. Den Bügel oben drauf. Unten muss es schon auf den Kopf vollständig geschraubt sein.

    Das passt trotzdem. Wenn es sauber gefertigt ist ist das Spiel so minimal dass es unrelevant ist. Warum ist es im Koffer? Die Amis schreiben auch in Anleitungen wie rum eine Schraube auf und zugedreht und mit welchem Schraubendreher. Zur Sicherheit falls einer die Arretierung am Zahnrad zu locker anschaut?

    Fakt ist es geht auch prima ohne und passt.

    Gruesse Uli

    Klar bist du schneller

    aber ich fahre vor dir :biggrins:

  • Die "umgekehrte Einstellungen " Habe ich bei meiner Ersten Reparatur gemacht da ich auch das Ganze nicht ohne Steuerketten drehen wollte. Die Ventile...

    Der Motor läuft übrigens jetzt seit ca. 70000 Km prima.

    Gruesse Uli

    Klar bist du schneller

    aber ich fahre vor dir :biggrins:

  • Wenn die Nockenwellen gleich stehen, egal ob oben oder unten, die Kurbelwelle wieder in OT und darauf achten dass auch die Ausgelchswelle stimmt.

    4-Takt Motor.

    Weiß jetzt nicht, ob ich dich falsch verstehe, aber egal wie die Nockenwellen stehen, kann nicht sein.

    Die Möglichkeit, ein Ventil was komplett offen steht beim drehen der Kurbelwelle mit einem Kolben zu berühren ist sicher nicht groß, aber durchaus gegeben.


    100% sicher wird es m.E. nur gehen, wenn man sicherstellt, das kein !! Kolben in OT steht, dann beide Nockenwellen in die korrekte Stellung drehen - also die Nut in der unteren Hälfte.

    Und anschließend den 1- Zylinder auf OT bringen. Die Kurbelwelle kann man ja links oder rechts rum drehen. Dabei wird dann der kurze Weg gewählt.



    Ausgleichswelle checken und korrigieren - denke mal die steht dann nicht mehr korrekt, da ja von Anfang an nicht in OT verbaut.

  • So, ich denke ich bin auf dem richtigem Weg,


    Eventuell habe ich was im Ablauf von lösen und festmachen einzelner Bauteile durcheinander gebracht.

    Jedenfalls sind bei mir alle Schrauben gelöst, bis auf die eine von der Nockenwelle Beifahrerseite. Damit ich diese drehen kann.


    Habe aber noch nirgendwo davon gelesen bzw. was gesehen, das man beim montieren von dem Ausrichtwerkzeug gegen die Ventilfederkraft arbeiten muss.


    Also - zuerst mal OT geprüft und etwas zurück gesetzt.





    Jetzt die Nockenwelle BS gedreht, bis die Nut halbwegs korrekt steht.

    War hier relativ schwierig, da die starke Federkraft der Ventilfedern die Welle ab einem gewissen Punkt diese ruckartig weiter als die gewünschte Position drehte.




    Welle etwas ausbalanciert, das Ausrichtwerkzeug lose angesetzt und dann eingeschoben und fest gemacht.





    Jetzt stehen beide Nockenwellen korrekt.

    Anschließend die Kurbelwelle Zylinder 1 zurück auf OT gestellt.

    Ausgleichwelle steht auch korrekt.




    Derzeitiger Anblick. Es kann weiter gehen. :)




    Nochmal zu den Ventilen.

    Hier z.B. steht ein Ventil vom Zylinder 3 komplett offen.

    Drehe ich da den Kolben dagegen kann das Ventil m.E. Schaden nehmen.

    Weiß jetzt nicht, wie groß die Überschneidung Ventil/Kolben ist. Aber angeschlagene Kolben und krumme Ventile - allerdings nach Steuerkettenschaden - habe ich schon gesehen. Muss man nicht haben ... Deswegen auch meine Vorsicht.:rolleyes:


  • Natürlich nicht die Nockenwellen mit Gewalt drehen so dass die Ventile auf den Kolben aufsitzen. Mit der Kurbelwelle so lange spielen bis man die entsprechende Nockenwelle auf die gleiche. mitspielen der Kurbelwelle meine ich hin und her drehen nicht um eine ganze Umdrehung drehen. Und danach die Kurbelwelle einfach wieder auf OT stellen. Schau doch einfach im Steuerketten tauschen Bericht nach. Dort ist es beschrieben.

    Das mit den 7 Umdrehungen kommt davon dass es 6 Zylinder sind in Verbindung mit dem dass der Nockenwelle geschuldet ist dass sie zwei und Drehungen pro einer Kurbelwellenumdrehung macht.

    Gruesse Uli

    Klar bist du schneller

    aber ich fahre vor dir :biggrins:

  • Fertig ! #jubel#


    Es führen zwar oftmals mehrere Wege zum Ziel, aber wenn dieser Weg gegangen werden muss: Macht es so, wie es Uli gemacht hat ! 8)


    Ist am einfachsten.

    Dadurch, das ich Schritt 3 vor 2 gemacht habe, wurde das Ganze doch etwas frickeliger.

    Denn wenn das Ganze erstmal komplett spannungslos ist, wird es aufwändig.


    Habe also dann die Kette hinten neu gemacht. Provisorisch fest gezogen und danach erst die Zwischenwelle, Kette FS ausgerichtet und dann nochmal die der BF Seite.


    Egal, jetzt ist das Thema durch. Der Motor x-mal geprüft und kontrolliert.

    Die Tage noch komplettieren und wieder rein damit.