Spurplatten?

  • Nachdem ich mich jetzt im Board durch sämtliche Threads zum Thema Spurplatten gelesen habe bin ich nicht viel schlauer als zuvor :?:


    Habe aktuell, eigentlich zum "anprobieren" zwei Sätze Spurplatten hier. Da ich nicht rechtzeitig die Achsen wieder eingebaut bekomme, fällt "probieren" leider aus. Muss in den nächsten Tagen einen der beiden Sätze zurück geben.


    Bitte um eine Empfehlung. Das Spurplatten die Radaufhängungen und Radlager etwas mehr stressen ist bekannt und akzeptiert. Möchte nur die Radkästen dezent etwas mehr ausfüllen. Auto soll "unauffällig" und StVZO konform bleiben. Weitere Veränderungen sind nicht geplant. Eventuell der Zweckmässigkeit halber Spritzlappen hinten oder an beiden Achsen.


    Exe 2001, Serienalus und Serienreifen, Fahrzeughöhe serienmässig.


    Var.1

    20mm pro Rad rundum


    Var.2

    20mm pro Rad vorn, 40mm pro Rad hinten


    Passen beide Varianten ohne weitere Massnahmen?


    Probleme beim TÜV zu erwarten?


    20210410_140404.jpg


    Beste Grüße

    Jürgen

  • Es könnte durchaus passieren (bei Serienhöhe) das die Vorderreifen irgendwo schleifen bei vollem Lenkeinschlag. Hatte selbst Spuren am 97zigerQuerstabi,

    spätere Baujahre haben einen anders angebrachten Querstabi.

    Bei 20 mm Plättchen schleift es wohl eher nicht.

    Eher darf man annehmen, dass die Radbolzen der Nabe zu lang sind, durch die Platten durchschauen und der Überstand nicht in die Felge passt -> Kürzen.

    Einige Felgen haben jedoch auf der Rückseite Vertiefungen, die Stahlfelgen haben sie nicht.


    Sind die Platten für den Ex freigegeben dürfte es für TÜV und Eintragung keine Probleme geben.

    Habe sie nicht eintragen lassen aufgrund von Nichtüberzeugung.


    Zudem hatte ich noch ein etwas größeres Problem mit den Platten und der Ford original Nabe sowie deren Radbolzen.

    Die Radbolzen haben eine "Verdickung" , die passte nicht in die Plattenbohrung. Wollte die Platten dafür auch nicht aufbohren

    lassen.

    bohrung.jpgradbolzen.jpg


    keine_Auflage.jpg

    Andere Radbolzen (vorne und hinten) hatten das Problem dann gelöst, aber was für ein Aufwand.

    Das Problem tritt auch nicht bei SKF oder Timken Radlagern auf, dort fehlt die Verdickung und die Bolzen sind zudem

    etwas kürzer (also kein Kürzen der Bolzen nötig).

    Die Platten waren aber für den Ex gelistet, wie es bei anderen Herstellern aussieht?


    Ein weiteres Problem war bei den 30 mm Hansen Platten, dass die Zentrale Bohrung nicht genügend angephast war

    und sich somit beim Anziehen der Bolzen auf der vorderen Nabe verkeilt hat. Hinten auf den Steckachsen sah es

    ähnlich aus.

    Phase.jpg


    Weiter fällt mir gerade ein, wenn die Platten eine Weile auf dem Fahrzeug stecken (das Festziehen/Lösen ist auch so eine Sache),

    dann wollen sie nur sehr wiederwillig wieder runter. Zudem entsteht bei Alu-Platten eine unschöne Korrosionsschicht auf den Kontaktflächen,

    ein Schutz sollte aufgebracht werden.


    Baue die 30 mm Platten nicht mehr ein, gefühlt halten die Radlager spührbar kürzer (auch Timken odet SKF). Es ensteht ein leichtes Spiel, wird aber ab einer gewissen KM Leistung nicht mehr größer und die Radlager werden lauter, begleitet durch leichte Vibrationen. Das Ganze mit Serienfelgen/Bereifung.

    Bei 8,5x17" traten die Erscheinungen bisher nicht auf.


    Das ist keine Wertung von Spurplatten, aber so dringlich braucht man sie (glaube ich) nicht.

    Muss jeder selbst entscheiden :/:denk::biggrins: ...


    Wolle

    Außer Ford keine Vorbesitzer, Ford Explorer 4X4, 4.0 SOHC, Build Date 01/10/96, EZ97, 152 KW, dark lapis metallic KN/M6681,KM: 265ooo,
    VIN: 1FMDU34E8VUA67356, Prins Autogas

    3 Mal editiert, zuletzt von wollimann ()

  • Danke wollimann für die umfangreichen Ausführungen 👍.


    Habe das soweit möglich gerade mal gecheckt. Tatsächlich sind die Radbolzen ca. 2mm zu lang. Ansonsten passt die 20mm Scheibe auf die alten Radnaben vorn. Leider haben die Neuen Radnaben den beschriebenen Ansatz an den Stehbolzen. Also Bolzen tauschen und kürzen.....oder bleiben lassen.


    Hinten kann ich es momentan nicht vollständig prüfen, vermutlich sind auch dort die Stehbolzen etwas zu kürzen. Eventuell nur hinten die Scheiben montieren.....oder bleiben lassen.


    Die beschriebenen Probleme, Radlager Lebensdauer, Geräuschentwicklung sind mir auch von (seltenen) Fällen bei anderen Fabrikaten bekannt. Aber so eine Bastelei wie Stehbolzen tauschen/ kürzen erlebe ich zum ersten mal. Irgendwie nervt mich langsam das jeder zweite Handgriff an der Exe in Komplikationen endet......naja war ein harter Tag heute....morgen is wieder besser😉


    Danke nochmal,


    Grüße Jürgen

  • Das kürzen selber ist kein Problem. Restgewinde ist genügend vorhanden.

    Kürzen mit der 1mm Trennscheibe, oder mit der Säge.

    Laut Gutachten (Hoffmann) müssen 8 Umdrehungen gewährleistet sein.


    Apropo Gutachten. Das sollte schon vorhanden sein.

    Alle mir bekannten Gutachten gehen von der Serienbereifung/Felge aus.

    Andere Reifengröße bzw. andere Felge ist dann immer eine 21er Einzelabnahme.


    Optimalerweise: Aluplatten für Alufelgen - Stahlplatten für Stahlfelgen. Kann (konnte ?) aber m.W. nur bei den 30mm Hoffmann-SPV ausgewählt werden.

    Alle anderen Anbieter wie H&R oder SCC sind grundsätzlich aus Alu. Letztere m.W. mit Gutachten wahlweise für 5mm bis 30mm pro Rad. Größere immer HA.


    40mm mit Gutachten sind mir nicht bekannt. Wo sind deine her ?

    Hatte selber Jahrelang 30mm VA und 40mm HA am 95er gefahren. Sieht m.E. immer noch am stimmigsten aus.

    Die waren aber aus Alu und sind mit der Zeit zerbröselt. Massive Kontaktkorrosion. :--: War mir dann zu gefährlich geworden und eh nicht TÜV-fähig.


    Zur Zeit sind ringsum 30mm Hoffmann verbaut. Stahl-SPV für die Stahlfelgen. Sieht immer noch gut aus und ist richtig TÜV-konform. :)

    Über Radlager etc. mache ich mir keine Gedanken. Das Fahrzeug wird z.Zt. recht wenig bewegt. Und wenn was kaputt geht ... wird´s halt gewechselt.

  • Sehe gerade, das Hoffmann sein Angebot in den letzten Jahren etwas abgeändert hat.

    Hier bieten sie jetzt für den Ford Explorer an der VA 23mm und HA 30mm / Rad an.


    --> https://www.hofmann-spurverbreiterungen.de/ford/explorer/


    Ist wahrscheinlich die beste Kombination. Optisch und technisch.

    Bei den 23ern muss ggf. noch nicht einmal an der vorderen Stoßstange an den Ecken was abgeschnitten werden. Und wenn, dann nur minimal.

    Bei den 30ern vorne war es schon ´ne ganze Ecke um dort die Freigängigkeit des Reifens beim lenken zu gewährleisten.

  • Moin Falk4x4 & wollimann, das sind jetzt mal vollumfängliche Informationen! Danke für Eure Mühe 👍.


    Wie immer zeigt sich, besser erst informieren und danach kaufen. Natürlich habe ich es mal wieder andersherum gemacht :wut: . Gestern nach Euren Ausführungen die Kiste mit den gebrauchten "20er und 40er Platten" mal genau eruiert. An dieser Stelle SORRY an Euch. Habe Blödsinn geschrieben. Tatsächlich sind es 2x 25er (HR), 4x 30er (HR) und 2x 45er (Eibach). Die 25er sind bei einer früheren Demontage arg mit dem Hammer misshandelt worden (siehe oben in wollimann 's Ausführungen -festsitzen-). Die verbaue ich nicht mehr. Für die 45er konnte ich kein passendes Gutachten finden. Bleiben 4x 30er von H&R, 6065705, Gutachten für den U2 im Web gefunden.


    Ich behalte die 30er, gebe den anderen Satz wie verabredet zurück. Lege die 30er aber zunächst ins Regal und baue das Auto erstmal original fertig. Spätestens an der Stelle die gute originale Stosstange zu beschneiden bin ich raus und zitiere wollimann


    Spurplatten, aber so dringlich braucht man sie (glaube ich) nicht.

    Muss jeder selbst entscheiden :/:denk::biggrins: ...

    Wenn ich das Thema nochmal aufgreifen sollte halte ich mich an die Empfehlung von Falk4x4

    Hier bieten sie jetzt für den Ford Explorer an der VA 23mm und HA 30mm / Rad an.

    Nochmal danke für die Erleuchtung :thumbsup:


    Grüße Jürgen